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Gefährdungsbeurteilung
Arbeitsplatz
Sonntag, 15. Juni 2008
Weniger arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten durch eine bessere Gefährdungsbeurteilung

Nach Angaben von EUROSTAT sterben jedes Jahr in der Europäischen Union 5 720 Menschen an arbeitsbedingten Unfällen. Darüber hinaus schätzt die Internationale Arbeitsorganisation, dass weitere 159 500 Arbeitnehmer pro Jahr in der EU an Berufskrankheiten sterben. Nimmt man diese beiden Zahlen zusammen, ist davon auszugehen, dass alle dreieinhalb Minuten ein Mensch in der EU an Ursachen stirbt, die mit seiner Arbeit zusammenhängen. Die meisten dieser Unfälle und Krankheiten können verhindert werden, und der erste Schritt in diese Richtung besteht in der Gefährdungsbeurteilung. Dies ist die Botschaft von „Gesunde Arbeitsplätze. Ein Gewinn für alle“, der europaweiten Informationskampagne zur Gefährdungsbeurteilung, die von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) initiiert wurde. Der Schwerpunkt der Kampagne liegt vor allem auf Hochrisikobranchen wie dem Baugewerbe, dem Gesundheitswesen und der Landwirtschaft sowie auf den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Laufzeit der Kampagne beträgt zwei Jahre (2008-2009).

 

Nach dem EU-Recht sind alle Arbeitgeber in der EU verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Durch die Gefährdungsbeurteilung verstehen Arbeitgeber besser, welche Maßnahmen sie zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit ergreifen müssen.

„Jeder arbeitsbedingte Unfall und jede Berufskrankheit ist eine zu viel“, sagt Vladimír Špidla, Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit. „Auch wenn ein Unfall oder eine Krankheit keinen Todesfall zur Folge hat, sind die Konsequenzen nicht annehmbar, und zwar sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die Wirtschaft. Jedes Jahr sind Millionen Arbeitnehmer in der EU in Unfälle verwickelt, durch die sie gezwungen sind, mindestens drei Arbeitstage zu Hause zu bleiben, was erhebliche Kosten für die Wirtschaft mit sich bringt. Durch eine Gefährdungsbeurteilung können diese Zahlen gesenkt werden. Sie kann jedoch nur den ersten Schritt darstellen – wichtig ist es auch, sie umzusetzen.“

Die Kampagne für gesunde Arbeitsplätze betont die Notwendigkeit einer Gefährdungsbeurteilung im Einklang mit der Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (2007–2012), deren Ziel es ist, arbeitsbedingte Unfälle in diesem Zeitraum in der EU um ein Viertel zu senken.

Der Direktor der EU-OSHA, Jukka Takala, merkt dazu an: „Mit der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze möchten wir Unternehmen bestärken, Gefährdungsbeurteilungen richtig durchzuführen und alle Mitarbeiter daran zu beteiligen. Wir möchten gute praktische Lösungen fördern, die auf andere Arbeitsplätze übertragen werden können. Die Kampagne soll zwei Kernbotschaften verbreiten: Erstens ist eine Gefährdungsbeurteilung nicht notwendigerweise kompliziert, mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden oder nur eine Sache für Experten. Dies ist ein Irrglaube, der besonders unter KMU verbreitet ist. Es sind jedoch viele Instrumente (wie Checklisten) verfügbar, die das Verfahren unterstützen, und die EU-OSHA fördert einen einfachen Ansatz aus fünf Schritten. Zweitens bringt eine Gefährdungsbeurteilung Unternehmen eine Reihe von Vorteilen. Dadurch, dass Arbeitsplätze sicherer und gesünder sind, nehmen Fehlzeiten und Versicherungskosten ab, während die Motivation und die Produktivität der Arbeitnehmer steigen.“

„Eine Gefährdungsbeurteilung trägt schließlich auch dazu bei, die Last zu verringern, die auf dem nationalen Gesundheitswesen lastet“, so Romana Tomc, slowenische Staatssekretärin für Arbeit, Familie und soziale Angelegenheiten. Die derzeitige und die kommende EU-Ratspräsidentschaft sowie die Sozialpartner der EU unterstützen die Kampagne mit Nachdruck, ebenso die Focalpoints – in der Regel die nationalen Behörden, die für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zuständig sind – in allen 27 Mitgliedstaaten.„Dies zeigt, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ein Kernpunkt des europäischen Sozialmodells ist,“ fügt sie hinzu.

 Quelle und weitere Information:  EU-Aktuell

 



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