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Psychische Belastungen im Unternehmen kosten 6,3 Milliarden Euro –
Kampagne „Move Europe“ fördert Stressmanagement am Arbeitsplatz
In Deutschland entstehen durch arbeitsbedingte psychische
Belastungen jährlich volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 6,3
Milliarden Euro. Darin sind laut einer aktuellen Studie des BKK
Bundesverbandes 3 Milliarden Euro direkte Kosten für die
Krankheitsbehandlung und weitere 3,3 Miliarden Euro
Produktionsausfallkosten enthalten. Insgesamt entstehen durch
arbeitsbedingte Erkrankungen und Frühberentung volkswirtschaftliche
Kosten von 44 Milliarden Euro.
Während im Arbeitsleben die körperliche Beanspruchung immer weiter
zurück geht, steigen psychische Belastung und Arbeitsverdichtung. Ein
erhebliches Risiko für psychische Erkrankungen stellt ein geringer
Handlungsspielraum der Arbeit dar. Insbesondere Mitarbeiter im
Baugewerbe, im Stahl-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in
Dienstleistungsbranchen sind zum Beispiel von monotonen Arbeiten mit
geringer Entscheidungsfreiheit betroffen.
Die Arbeitsbedingungen sind dabei jedoch oft nicht zwingend
alleinige Ursache für psychische Erkrankungen. Trotzdem können ein
schlechtes Betriebsklima, Angst vor Arbeitsplatzverlust und
psychomentale Belastungen wie Unter- oder Überforderung, Leistungs- und
Zeitdruck Krankheitsphasen auslösen und verstärken.
Vor allem Führungskräfte beeinflussen die optimale Anpassung von
Aufgaben und Qualifikationen, Zielvereinbarungen und Zeitabsprachen,
wertschätzende Rückmeldungen über Leistungs- und Sozialverhalten,
Schaffung von Entscheidungs- und Handlungsspielräumen sowie die
Beteiligung und Unterstützung von Mitarbeitern. Hier sind präventive
Maßnahmen des Arbeitsschutzes und vernetzte Angebote wie betriebliches
Gesundheits- und Eingliederungsmanagement nötig. Unterstützung durch
externe Fachdienste sowie Maßnahmen zur Stabilisierung im privaten
Umfeld helfen, die Teilhabe am Arbeitsleben herzustellen. So wird die
Genesung gefördert und firmenbezogenes Fachwissen gesichert.
Viele Unternehmen haben dies erkannt und werden präventiv tätig. Im
Rahmen der europäischen Kampagne „Move Europe“ haben bereits rund 600
teilnehmende Unternehmen die psychischen Belastungsfaktoren im Rahmen
ihrer betrieblichen Gesundheitsförderung analysiert. Viele von ihnen
führen psychosoziale Beratung, Suchtberatung und Kurse für Konflikt-
und Zeitmanagement durch, wie die Rheinenergie AG oder die
Stadtverwaltung Halle. Die Pinneberger Verkehrsbetriebe helfen
beispielsweise ihren Busfahrern mit einem Programm zur
Stressbekämpfung, um so den Belastungen durch drängelnde Autofahrer,
Verkehrschaos und lärmende Schulkinder etwas entgegenzusetzen.
Der BKK Bundesverband bietet über ein Kooperationsprojekt mit der
Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK e. V.) ein Gesamtpaket aus
betrieblicher Gesund-heitsförderung, Aufklärung und Qualifizierung an.
Führungskräfte, Personalverantwortliche und weitere Multiplikatoren
werden befähigt, ihre Führungskompetenz im Hinblick auf psychische
Erkrankungen zu erweitern und präventiv zu wirken. Das Schulungskonzept
„Psychisch krank im Job“ lässt sich für Großbetriebe sowie klein- und
mittelständische Unternehmen anpassen.
Quelle und weitere Informationen: Bundesverband der BKK
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