China will erstmals ein Umweltministerium einrichten.
Je nach Studie
befinden sich von den zehn schmutzigsten Städten der Welt sieben bis
neun in China. Viele Regionen Chinas sind vom Verschwinden natürlicher
Ressourcen betroffen.
Im
Zuge einer Regierungsumstrukturierung sollen fünf neue sogenannte
Super-Ministerien geschaffen werden.Diese Pläne, nach denen die
bisherige Umweltbehörde SEPA in ein Ministerium umgewandelt werden
soll, werde die chinesische Regierung dem Nationalen Volkskongress, der
derzeit in Peking tagt, am Dienstagnachmittag vorstellen.
Nach 30 Jahren starken Wirtschaftswachstums kämpft China derzeit mit massiven Umweltproblemen.
Neben einem Umweltministerium sollen auch Super-Ministerien für
Industrie und Information, für soziale Sicherheit, für Wohnungsbau,
Stadt- und Landentwicklung sowie für Verkehr eingerichtet werden.
Die Umweltverschmutzung in China hat zum Teil verheerende Ausmaße angenommen. Je nach Studie befinden
sich von den zehn schmutzigsten Städten der Welt sieben bis neun in
China. Durch den hohen Anteil von Kohle als Brennstoff ist die
Belastung mit Schwefeldioxid sehr hoch, der Regen ist in weiten Teilen
des Landes sauer.
In den letzten Jahren war der SO2-Ausstoß leicht rückläufig, wohingegen
die Belastung mit Stickoxiden, besonders aus dem Straßenverkehr, stark
zugenommen hat. Das Wachstumspotential an Fahrzeugen ist zudem sehr
hoch. Die Verschmutzung betrifft nicht nur die Städte, auch auf dem Land wird der Umwelt schwerer Schaden zugefügt. In der Landwirtschaft die
doppelte Menge an Düngemitteln wie im Weltdurchschnitt verwendet.
Das Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die verschmutzten Äcker
genug Nahrungsmittel für etwa 65 Millionen Menschen liefern könnten.
Etwa die Hälfte der Flüsse ist so verschmutzt, dass sie nicht einmal
die niedrigsten chinesischen Umweltstandards einhalten und nicht einmal
zur Bewässerung benutzt werden können.
Mittlerweile ist China nach den USA der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen, wobei es
beim Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen noch recht weit abgeschlagen
ist. Es produziert mehr als 36% der weltweiten Schadstoffemissionen.
Die Umweltverschmutzung ist für ein stark steigendes Auftreten von
Lungenkrankheiten und Krebs verantwortlich. Der China Human Development Report 2002 kam deshalb schon damals zu dem Ergebnis, dass China am Scheideweg stehe und sich für eine grüne Reform entscheiden müsse.
Ansonsten drohe die Umweltzerstörung, den erreichten sozialen und
wirtschaftlichen Fortschritt zu behindern oder gar wieder zunichte zu
machen.
Quelle und weitere Information: XINHUA
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