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Gesundheitskosten
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Management - Sozialversicherung

Die Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen und des Gesundheitsfondssind erneut deutlich gestiegen

Seit dem Jahr 2000 sind die Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung kontinuierlich angestiegen. Lagen die Ausgaben 2000 noch bei 133,7 Mrd. Euro, werden sie 2008 voraussichtlich bereits 160 Mrd. Euro betragen.
Allein in den ersten drei Quartalen 2008 waren bereits 119,0 Mrd. Euro Ausgaben fällig. Dem standen Einnahmen von 117,5 Mrd. Euro gegenüber. Allerdings ist im vierten Quartal aufgrund von Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld mit stärkeren Einnahmen zu rechnen. Demnach wird der Saldo 2008 vermutlich ausgeglichen sein.
Die Prognose für die Finanzierung des Gesundheitsfonds sieht dagegen weniger gut aus:

Der GKV-Schätzerkreis geht aufgrund der konjunkturellen Eintrübung im Jahr 2009 davon aus, dass die Einnahmen des Gesundheitsfonds gegenüber der letzten Schätzung rund 440 Mio. Euro geringer ausfallen

GKV-Beitragssatz um zwei Prozentpunkte angestiegen

Seit dem Jahr 2000 ist der Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung um fast zwei Prozentpunkte angestiegen. Lag der durchschnittliche Satz im Jahr 2000 noch bei 13,57 Prozent, so wurde der einheitliche Beitragssatz zum Gesundheitsfonds ab 2009 auf 14,6 Prozent festgesetzt. Hinzu kommt für Arbeitnehmer ein Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, der seit 2005 erhoben wird. Damit wurde die paritätische Finanzierung der GKV durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgegeben. Insgesamt beträgt der Beitrag für Versicherte und Arbeitsgeber zusammen im Jahr 2009 15,5 Prozent

Krankenhausbehandlung und Arzneimittel teurer

2007 waren je GKV-Mitglied für ärztliche Behandlung, Arzneimittel und Krankenhausbehandlung durchschnittlich 2.006 Euro fällig. Im Jahr 2000 waren es noch 1.688 Euro. Am stärksten war der Anstieg bei den Kosten für Arzneimittel. Lagen die Ausgaben für Medikamente im Jahr 2000 noch bei 394 Euro je Mitglied, so waren es 2007 bereits 547 Euro. Auch die Kosten für die stationäre Versorgung sind im gleichen Zeitraum von 873 auf 1.004 Euro angestiegen. Vergleichsweise stabil blieben die Kosten für die ärztliche Behandlung. Hier waren 2007 je Mitglied 455 Euro fällig, 2000 waren es 421 Euro. Insgesamt sind die GKV-Leistungsausgaben gegenüber dem Jahr 2000 um 407 Euro je Mitglied angestiegen: Von 2.620 auf 3.027 Euro.

GKV-Ausgaben deutlich über Grundlohnentwicklung

Seit dem Jahr 2000 liegt die Entwicklung der Leistungsausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung deutlich über der Grundlohnentwicklung. Das ist die Entwicklung der Summe der beitragspflichtigen Einkommen der GKVMitglieder. Eine Ausnahme bildet das Jahr 2004: Durch das GKV-Modernisierungsgesetz konnten die Ausgaben vor allem im Bereich Arzneimittel und ambulante Versorgung gegenüber dem Vorjahr drastisch reduziert werden. Allerdings war der Rückgang nur von kurzer Dauer. Schon im Jahr 2005 stiegen die Kosten wieder deutlich an, allein bei den Arzneimitteln um fast 17 Prozent gegenüber 2004.

Mehr Ärzte, weniger Pflegepersonal

Das Pflegepersonal in Krankenhäusern wurde seit dem Jahr 2000 deutlich reduziert. 2000 waren rund 414.000 Menschen im Pflegedienst tätig, 1995 sogar 429.000. Im Jahr 2006 waren es dagegen nur noch 393.000. Angestiegen ist dagegen im gleichen Zeitraum die Zahl der Ärzte insgesamt von 295.000 auf 311.000. Im Krankenhaus beschäftigt waren davon 123.000 im Jahr 2000 und 135.000 Ärzte im Jahr 2006. Nur leicht zugenommen hat die Zahl der Zahnärzte von 63.000 auf 65.000 im gleichen Zeitraum.

Deutsche gaben 2006 für Gesundheit 245 Mrd. Euro aus

Im Jahr 2006 wurden in Deutschland insgesamt 245 Mrd. Euro für Gesundheit aufgewendet. Der größte Anteil entfiel dabei mit 139,8 Mrd. Euro auf Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die privaten Haushalte kamen mit 33,3 Mrd. Euro auf den zweiten Platz vor der Privaten Krankenversicherung mit 22,5 Mrd. Euro. Für die Soziale Pflegeversicherung gaben die Deutschen 18,1 Mrd. Euro aus. 13,4 Mrd. trugen die öffentlichen Haushalte zu den Gesundheitsausgaben bei. Auf die Arbeitgeber entfielen 10,4 Mrd. Euro, auf die Gesetzliche Unfallversicherung 4,1 Mrd. und auf die Gesetzliche Rentenversicherung 3,6 Mrd. Euro. Seit dem Jahr 2000 sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland insgesamt von 212 Mrd. um 33 Mrd. angestiegen.

Deutsche sind überwiegend gesetzlich versichert

70,3 Millionen Deutsche waren 2007 gesetzlich krankenversichert. Privat versichert waren dagegen nur 8,6 Millionen. Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung standen Einnahmen von 155,7 Mrd. Euro Leistungsausgaben in Höhe von 144,3 Mrd. Euro gegenüber. Die Privaten Krankenversicherer nahmen 27,6 Mrd. Euro ein, von denen wiederum 18,2 Mrd. Euro für Leistungen eingesetzt wurden. Hierbei sind Altersrückstellungen und Beitragsrückerstattungen nicht mit berücksichtigt.

Gesundheitsfonds umfasst 166,8 Mrd. Euro

Der Gesundheitsfonds ab 2009 hat ein Volumen von 166,8 Mrd. Euro. Den größten Anteil erhält dabei mit 64,8 Mrd. das AOK-System. Das sind 2,4 Mrd. Euro mehr als nach dem bisherigen System des Risikostrukturausgleichs (RSA) bezogen auf das Jahr 2007. Alle anderen Kassen haben ab 2009 weniger Geld für Leistungen zur Verfügung. Die Ersatzkassen erhalten 51,6 Mrd., die IKK 12 Mrd. und andere Kassenarten 9,6 Mrd. Euro. Die Betriebskrankenkassen bekommen 28,8 Mrd. Euro aus dem Gesundheitsfonds, das sind 1,1 Mrd. Euro weniger als 2007. Dabei waren die Betriebskrankenkassen auch bisher schon der größte Nettozahler. Im Jahr 2007 zahlten sie 8,2 Mrd. in den RSA ein, während die AOK 12,8 Mrd. Euro erhalten haben.

Beitragshöhe häufigster Wechselgrund

Für fast die Hälfte der GKV-Versicherten, die schon einmal ihre Krankenkasse gewechselt haben, war ein günstiger Beitragssatz der Hauptwechselgrund gewesen. Bei BKK Versicherten ist dies für 58 Prozent entscheidend, bei IKK Versicherten sogar für 61 Prozent. An zweiter Stelle steht der Arbeitgeberwechsel für rund ein Fünftel der Versicherten. 40 Prozent der DAK Versicherten wechselten aufgrund eines neuen Arbeitgebers, bei der BKK waren es nur 19 Prozent. Weniger wichtig bei der Krankenkassenwahl sind dagegen spezielle Leistungen wie Beitragsmodelle, Bonusprogramme, spezielle Versorgungsleistungen und besondere Angebote.

Anstieg der Gesundheitskosten im OECD-Umfeld

Gemessen in Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sind die Gesundheitskosten in Deutschand im OECD-Vergleich moderat angestiegen. Im Jahr 2000 lagen sie bei 10,3 Prozent. Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2003 lagen sie 2006 bei 10,6 Prozent. In Belgien und den USA sind die Gesundheitsausgaben deutlich um zwei Prozentpunkte angestiegen, in Frankreich 1,5 Prozentpunkte. Auch in der Schweiz war zunächst ein klarer Anstieg zu verzeichnen, der seit 2003 aber gebremst werden konnte.

Quelle und weitere Informationen: BKK Bundesverband (BKK BV)

 



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